WAS DIE PRESSE ÜBER UNS BERICHTET

Weinhaus Schultes

 

Nassauische Neue Presse vom 7. Mai 2014 - Leberecht



Lesen Sie mehr darüber hier.


 

hr3 - Bilderbogen vom 6.04.15.: Historische Gasthäuser in Hessen - Genießen im Denkmal

"Ein Weinhaus, in dem es Speis und Trank wie vor 200 Jahren gibt, ein Hotel, das heute noch den Luxus der Kaiserzeit ausstrahlt, ein Ausflugslokal der Kaiserzeit und ein 1950er Jahre Hotel, das im Verborgenen einen Schatz hütet: Historische Gasthäuser gibt es in Hessen viele.

Die Sendung stellt solche vor, die für ihre Heimat so wertvoll und typisch sind, dass sie unter Denkmalschutz stehen - Gasthäuser nicht nur im alten Gemäuer, sondern auch noch authentisch und von ihren Besitzern gepflegt und den Gästen geschätzt.

Die meisten historischen Gasthäuser sind wie fast überall in Deutschland immer wieder modernisiert worden und haben darüber ihren Charme verloren.

Doch einige haben ihren ursprünglichen Charakter bewahren können, wie etwa das über 440 Jahre alte Gasthaus "Zur Sonne" in Marburg, die über 450 Jahre alte "Krone" in Assmannshausen oder auch der Landgasthof "Saalburg" in Bad Homburg, den Kaiser Wilhelm I. 1875 errichten ließ.

Die Filmautorin Silke Klose-Klatte hat sich mit dem hessischen Landesdenkmalpfleger Professor Gerd Weiß auf eine Entdeckungsreise quer durch Hessen begeben und manche Entdeckung gemacht."

Das Weinhaus Schultes ist ein Bau aus dem 16. Jahrhundert. Das Gasthaus gibt es schon seit über 200 Jahren. Bis heute wird hier zu den Speisen deutscher Wein ausgeschenkt, kein Bier. Über Generationen gehörte das Weinhaus der Familie Conradi. Die letzte Wirtin, Anna Conradi, war eine sehr resolute Gastgeberin.

Von ihr übernahm die heutige Wirtin Nicole Wöltge die historische Gaststube. Das urige Lokal, das viele ältere Stammgäste hat, aber auch von vielen jungen Gästen besucht wird, steht schon lange unter Denkmalschutz.
(hr-Pressetext vom 3.12.12.)

Die Sendung können Sie hier sehen. Der Bericht über unser Weinhaus beginnt ab Minute 13.40. Viel Spaß!


 

NNP vom 13. August 2013: Probier's mal mit Gemütlichkeit

Von Bernd Lormann

Harald Wagner, Autor von "Limburg entdecken!"

Seit 250 Jahren gibt es an der Plötze, Haus Nummer 14, ein Gasthaus, das heutige Weinhaus Schultes.

Das Weinhaus Schultes in der Altstadt feiert in diesem Jahr ein stolzes Jubiläum, ohne große öffentliche Aufmerksamkeit zu erregen. Dabei gibt es guten Grund, auf die Geschichte dieses Hauses und seiner Gastronomie näher einzugehen: Im Sommer 2013 jährt sich zum 250. Mal der Jahrestag, an dem das Haus an der Plötze 14 zu einem Gasthaus umgewandelt wurde.

Zum 250-jährigen Bestehen kann ohne Übertreibung dem Haus Schultes bescheinigt werden: Es gibt in Limburg nach wie vor kein vergleichbares Wirts- oder Weinhaus, über das so viele Anekdoten verbreitet werden.

Als Weinhaus ist Schultes eine Institution schlechthin. Das liegt nicht zuletzt an der im Jahr 2002 verstorbenen Änny Conradi, die bis über ihr 80. Lebensjahr hinaus wie ein "Feldwebel" in ihrer historischen Gaststätte wirkte.

Als reines Weinhaus ist das markante Eckhaus an der Plötze/Böhmergasse seit mittlerweile 177 Jahren (1836) ein Begriff; das Gebäude selbst datiert aus dem Baujahr 1567 und ist damit 446 Jahre alt.

Strenges Regiment

Um beim militärischen Begriff zu bleiben: Sie schrieb den Gästen eine "Formalausbildung" ins Stammbuch. Änny Conradi führte ein strenges Regiment. Da gab es kein Stühlerücken ohne Genehmigung der Chefin, auch Gesänge waren verpönt, und Beschwerden der Gäste wurden mit der Betroffenheit angenommen, in ihrem Haus bestehe dazu nie ein Anlass.

Seit dem 1. Januar 2006 haben sich die Eigentumsverhältnisse im Haus Weinhaus Schultes verändert. Mit Nicole Wöltge, einer Wertpapier-Spezialistin im Qualitäts-Management der Deutschen Bank in Frankfurt, hat eine junge Limburger Frau das Sagen übernommen. Nicole Wöltge ist nicht nur Eigentümerin der Immobilie geworden, sondern sie sorgt auch als abendliche Hobby-Wirtin und Verfechterin der Weinverkostung für den traditionellen Weiterbetrieb des Hauses. Geöffnet ist das Weinhaus täglich, außer dienstags, ab 17 Uhr.

Nur Wein, kein Bier

Übernommen hat die neue Besitzerin schon das, was im Haus Conradi, "gang und gäbe" war: Bier steht nicht auf der Getränkekarte. Seit Jahrzehnten steht das Weinhaus nicht nur für Rebensäfte aus heimischen Anbaugebieten, sondern auch für eine bodenständige Küche wie zum Beispiel "Rumpsteak mit Zwiebeln und Wasserweck". Das ist auch heute noch der gefragteste Wunsch, sagt Nicole Wöltge.

Sie hat noch viel vor mit dem historischen Weinhaus, wo die Gaststube mit den vertäfelten Wänden und 54 Sitzplätzen seit mehr als einem Jahrhundert keine Veränderung erfahren hat. Die behagliche Atmosphäre regt dazu an, in Erinnerungen zu schwelgen.

Kaum zu glauben, wie viele Stammtische in den 250 Jahren dem Lokal ihren Stempel aufgedrückt haben. Stammtische bilden auch heute noch das Kerngeschäft. Nicole Wöltge möchte an dieser Atmosphäre nichts ändern. Allerdings will sie im nächsten Jahr die nicht mehr so postkartengerechte Außenfassade des historischen Hauses erneuern.

Der besondere Clou: In der ersten Etage des Hauses befand sich einst ein Saal, in dem nicht nur im 19. Jahrhundert Fastnacht gefeiert, sondern auch getanzt wurde. Für den Fastnachts-Dienstag des Jahres 1883, also vor 130 Jahren, warb der Limburger Gastwirt Johann Hilf (Weinhaus Schultes) am 3. Februar mit einer Anzeige für eine "Gut besetzte Tanzmusik in meinem Saale. Eintritt für Herren 60 Pfennig, wofür ein Schoppen Wein verabreicht wird."

Im nächsten Jahr, zur Fastnacht 2014, hat Nicole Wöltge fest eingeplant, diesen noch vorhandenen Saal für eine öffentliche Fastnachtsveranstaltung zu nutzen. Nur mit den damaligen Preisen für einen Weinschoppen wird sie im 250. Jubiläumsjahr nicht mithalten können.

Jonas und der Walfisch

Das heute bestehende Haus Plötze 14 hatte im Kriegsjahr 1944 eine zusätzliche Bedeutung für die Gesamtwirkung des Platzes erhalten, als einige Häuser zerstört worden waren. Das dreigeschossige Haus wurde im Jahr 1567 von dem wohlhabenden Gewürzhändler Meffert Eubel oder dessen Sohn, dem Bürgermeister Johann Abel (um 1540 bis 1598), errichtet. So steht es im Buch "Stadt Limburg" des Landesamtes für Denkmalpflege Hessen über Kulturdenkmäler. Das Familienwappen und Baujahr befinden sich noch heute am Schlussstein des rundbogigen Eingangsportals.

Das Giebelfachwerk verweist auf eine Entstehungszeit in der zweiten Hälfte des 16. Jahrhunderts. Besonders sticht der Erker hervor: Zwei der hohen profilierten Bögen zeigen figürliche Schnitzereien mit Jonas, wie er vom Walfsch verschlungen und ausgespien wird. Diese alttestamentarische Geschichte wurde typologisch als Hinweis auf Christi Tod und Auferstehung gedeutet.

Weiter heißt es in der historischen Dokumentation "Stadt Limburg": Das Anwesen befand sich im 17. Jahrhundert im Besitz der Familie Wenzel. Ab 1675 gehörte es dem Metzgermeister Christian Deul, nach dessen frühen Tod es an eine Erbengemeinschaft der Kinder und Schwiegersöhne fiel.

1707 erwarb der kaiserliche Notar und kurtrierer Spezialeinnahmer Jacob Fuchs und Frau Anna Susanna, ab 1763 der Bäcker Jacob Brückmann das Haus. Und dieser Jacob Brückmann errichtete 1763 dort die erste Gastwirtschaft. 1836 übernahmen der Bierbrauer Johann Hilf und seine Nachfahren den Besitz. Bierbrauer Hilf wurde auch der "Schultes" genannt. Ab 1901 gelangte das Haus in das Eigentum der Familie Conradi.

Quartier für Obdachlose

Elisabeth und Gustav Conradi übernahmen den Betrieb um die Jahrhundertwende vom Onkel. Ab 1938 sorgte ihr Sohn Josef für den Ausschank. Der Wein wurde mit Kutschen angeliefert. In gewaltigen Holzfässern im heute noch sehenswerten Kellergewölbe wurde der Wein gelagert.

Während des Krieges, so wird berichtet, wurde das Wirtshaus geschlossen und soll sowohl obdachlosen Limburgern als auch einquartierten Amerikaner Schutz geboten haben.

1942 heiratete Josef Conradi die spätere so resolut auftretende Wirtin Anny Kadenbach, die gerade im Restaurant-Hotel Becker in Niederlahnstein ihre Ausbildung als Restaurantfachfrau abgeschlossen hatte. 1946 eröffnete das Ehepaar Conradi, gerade war Tochter Christel auf die Welt gekommen, das Weinhaus Schultes.

Tochter Christel, auch sie ist mittlerweile ebenso verstorben wie ihr Sohn Jörg Eisenbach, war jahrelang der gute Geist hinter dem Herd in der Küche.


 

Der Autor Harald Wagner schreibt im Reiseführer "Limburg entdecken!" über uns:

Harald Wagner, Autor von "Limburg entdecken!"

"Einziges typisches Weinlokal in Limburg. Erbaut 1567 als Hallenhaus mit einem der schönsten Gewölbekeller Limburgs. Seit 1836 als Weinlokal und Restaurant bewirtschaftet und weit über Limburg hinaus bekannt. Früher in der Hand einer ebenso berühmten wie gefürchteten Wirtin, ist mit der neuen Inhaberin viel frischer Wind in die alten Räumlichkeiten gekommen. Generationen von Limburgern haben an den uralten Tischen über Gott und die Welt diskutiert."

Der informative und unterhaltsam geschriebene Reiseführer (ideal geeignet für Limburger, die mehr über ihre Stadt erfahren wollen, aber auch Besucher unserer Stadt) ist bei uns im Weinhaus sowie im gesamten Buch- und Versandbuchhandel erhältlich und kostet 9,90 €. Mehr Infos auf www.limburg-entdecken.de.





"Hessentipp" vom 25.11.2011:


Rainhard Schall stellte den Reiseführer "Limburg entdecken!" von Harald Wagner ausführlich (25 min.) im Hessen-Fernsehen vor. Dabei drehte das TV-Team auch einen Beitrag über unseren historischen Weinkeller. Der Bericht darüber beginnt bei Minute 23: